Mittwoch, 23. Mai 2012

Fliegende Wände, quasselnde Kater und weinende Wolken

Der große Tag ist endlich da!
Nach all der langen Wartezeit kam heute nun endlich der Kran und wir können die ersten Ergebnisse dessen sehen, was wir so lange bebrütet, geplant und theoretisch hin und her gewälzt haben - das neue Dachgeschoss!

Die Nase immer noch am Monitor und der Magendruck steigt wieder - "vereinzelte" Gewitter drohen am Spätnachmittag... Die Luft ist extrem schwül, die Himmelsfarbe blass blau-grau mit vernebeltem Horizont. Weit und breit kein knackiges Blau zu sehen. Schlechtes Zeichen... Der Zimmermann hat mir gestern auch nicht gerade Mut gemacht mit der Schilderung von Wasser, das aus Steckdosen fließt... aah - mein Magen!

Nichtsdestotrotz gehen die Arbeiten unglaublich zügig voran. Vereinzelte verärgerte Nachbarn versuchen durch Hupen zu erreichen, dass der Kran mal eben eine Hauswand ausklinkt, um den Ungeduldigen durch zu lassen. Stoisch und - wie ich finde - souverän wurden solche unfruchtbaren Machtansprüche von den Handwerkern überhört, die zügig und konzentriert die Maßarbeit fortführten. Danach war dann Zeit zum Rangieren. Keiner der Wartenden musste länger als 5 Minuten warten. Wie ich die Huperei finde...? Schwamm drüber.....

Die allermeisten Anwohner, Spaziergänger und aus sonstigen Gründen anwesenden Personen fanden es aber überaus spannend, was hier passierte. Man sieht ja auch nicht alle Tage ganze Hauswände an sich vorbei fliegen... Besonders beeindruckt von diesen ganzen Aktionen ist seit einigen Tagen unser Kater Pelle, dessen kleine Welt gerade mal eben vollkommen auf den Kopf gestellt wird. Er ist im Dauer-Quassel-Modus und weder Futter noch ausgiebige Streicheleinheiten führen zu der sonst gewohnten stillen und sabbernden Zufriedenheit.

So - nun lassen wir aber mal die Bilder für sich sprechen:

 

 

Manuel verglich die Arbeit des Kranführers mit einem Tetris-Spiel, was der Sache durchaus nahe kommt, denn die im Garten gelagerten Teile hatten jeweils eine zentimetergenaue Luftfahrt hinter sich, bevor sie an Ort und Stelle landeten, ohne ein Vögelchen zu verscheuchen oder eine Holunderblüte abzuknicken. Chapeau!

Je weiter der Tag fortschritt, um so unleidlicher wurde ich - trotz der spannenden Aktionen rund um die Anlieferung der Teile. Immer wieder suchte ich mein Heil abwechselnd in den Tiefen des Internet und im Blickkontakt mit dem Zimmermann, der aber ebenso besorgt gen Himmel schaute wie ich. Am Nachmittag musste ich nach Burscheid und es kam wie es kommen musste - dort kübelte gerade ein dickes Gewitter Massen von Wasser vom Himmel und die einzige Hoffnung, die ich nun noch hatte war, dass das Gewitter nicht in Richtung Bergisch-Neukirchen zieht!

Meine innigen Bitten haben nur teilweise geholfen, denn als ich wieder nach Hause kam, regnete es. Aber es regnete wenigstens nicht aus Kübeln, sondern aus einer Gießkanne mit kleinen Löchern, wenn ich das mal als Vergleich bemühen kann...
Natürlich haben wir im Vorhinein alle greifbaren Freunde, Nachbarn, Bekannte, Verwandte, Passanten und sonstiges Volk inständig gebeten, kräftig die Daumen zu drücken für trockenes Wetter. Eigentlich kann ja nun nichts mehr schief gehen. Aber es regnet immer noch...

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